SOCKS5-Proxys: Funktionsweise und Unterschiede

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Acar Diveroli
Autor: Acar Diveroli
SOCKS5-Proxys erklärt

Das Internet lässt sich über viele Protokolle nutzen; die Frage ist jeweils, wie sicher, wie schnell und wie stabil eines davon ist. SOCKS-Proxys sind schneller als HTTP-Proxys, aber sie sehen sich die Daten nicht an — Schutz bringen sie deshalb nicht von sich aus. Dieser Beitrag erklärt SOCKS4, SOCKS5 und das Protokoll im Allgemeinen.

Was SOCKS ist

Ein SOCKS-Proxy ist ein Vermittler zwischen Ihrem Programm und dem Zielserver: Er nimmt die Verbindung entgegen und stellt sie weiter, sodass die Gegenstelle seine Adresse sieht und nicht Ihre. Das verbirgt die eigene IP und hilft an Firewalls und Filtern vorbei.

Anders als ein HTTP-Proxy arbeitet SOCKS nicht auf der Anwendungsschicht: Er liest die Pakete nicht und verändert sie nicht, sondern reicht TCP- oder UDP-Verkehr unverändert weiter. Genau deshalb kommt ein SOCKS5-Proxy mit Programmen zurecht, die ganz eigene Protokolle sprechen.

Es gibt zwei Fassungen: SOCKS4 und SOCKS5. SOCKS5 ergänzt die ältere unter anderem um Anmeldung und breitere Protokollunterstützung.

SOCKS4, die ältere Fassung

SOCKS4 leitet Netzwerkverkehr weiter und verbirgt dabei die Adresse des Anwenders. Es entstand vor SOCKS5 und deckte die Grundbedürfnisse ab.

Eigenschaften

  • Nur TCP: damit geeignet für Webseiten, E-Mail und andere TCP-Anwendungen
  • Nur IPv4: IPv4-Proxy-Adressen, nicht mehr
  • IP-Maskierung: die Gegenstelle sieht die Adresse des Proxys
  • Schlichter Aufbau: keine Anmeldung, dadurch schnell eingerichtet
  • Keine Namensauflösung am Proxy: der Client muss die Ziel-IP schon kennen

Der letzte Punkt ist der Grund, warum SOCKS4 praktisch verschwunden ist. Spiele arbeiten heute mit DNS-Namen statt festen Adressen, und wer für Gaming einen Proxy sucht, nimmt SOCKS5.

SOCKS5

SOCKS5 tut dasselbe, kann aber mehr — und unterstützt TCP und UDP.

Eigenschaften

  • Protokolle: TCP und UDP, also auch VoIP, Video-Streaming und Spiele
  • Anmeldung: optional mit Benutzername und Passwort, sodass nur berechtigte Clients den Proxy nutzen
  • IPv6: neben IPv4-Proxy auch IPv6-Proxy
  • Namensauflösung am Proxy: der Client übergibt den Hostnamen, der Proxy löst ihn auf

Der letzte Punkt ist mehr als Bequemlichkeit: Löst Ihr eigener Rechner den Namen auf, verrät die DNS-Anfrage Ihrem Anbieter, wohin Sie wollen — auch wenn der Verkehr danach über den Proxy geht.

Wie ein SOCKS-Proxy zwischen Client und Ziel vermittelt

SOCKS4 und SOCKS5 im Vergleich

SOCKS4SOCKS5
Anmeldungneinoptional
AdressenIPv4IPv4 und IPv6
Namensauflösungbeim Clientwahlweise am Proxy
ProtokolleTCPTCP und UDP

Unterm Strich ist SOCKS5 die flexiblere und sicherere Fassung; SOCKS4 steht für den älteren, engeren Stand. In der Praxis begegnet Ihnen SOCKS4 kaum noch.

Wann SOCKS, wann HTTP

SOCKS5 ist richtig, wenn das Programm kein HTTP spricht — Desktop-Clients, Spiele, VoIP — oder wenn Sie UDP brauchen. Geht es dagegen um reines Web-Scraping über HTTP, bringt ein HTTPS-Proxy keine Nachteile und lässt sich mit Kopfzeilen feiner steuern.

Unsere Dienste unterstützen SOCKS durchgängig. Welcher Typ und welches Protokoll zu Ihrer Aufgabe passen, klären wir vor dem Kauf — die Produktübersicht ist der Ausgangspunkt.

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