Proxifier einrichten: Proxys pro Programm

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Acar Diveroli
Autor: Acar Diveroli
Proxifier einrichten

Proxifier leitet den Datenverkehr einzelner Programme — oder den des ganzen Rechners — über Ihre Proxys. Diese Anleitung geht die Einrichtung im Detail durch.

Was ist Proxifier?

Proxifier ist ein Vermittler: Er schiebt Anwendungen, die selbst keine Proxy-Einstellung kennen, über einen Proxy. Windows hat für Desktop-Programme nie eine eigene Proxy-Unterstützung mitgebracht — außerhalb des Browsers gibt es schlicht kein Feld, in das man einen Proxy einträgt. Genau diese Lücke füllt Proxifier.

Zwei Betriebsarten

  1. Alles über einen Proxy: Der gesamte Internetverkehr des Rechners nimmt einen Weg.
  2. Pro Programm ein eigener Proxy: Sie weisen einzelnen Anwendungen verschiedene Proxys zu und lassen alle übrigen direkt über Ihre eigene Leitung laufen.

Wofür sich Proxifier lohnt

Wer nur im Browser die IP wechseln will, braucht Proxifier nicht — dafür gibt es Erweiterungen. Für Desktop-Programme ist es dagegen ein sehr leistungsfähiges Werkzeug seiner Art. Es wechselt nicht nur die Adresse, sondern zeigt auch den Datenverkehr: welches Programm wie viel verbraucht und was in den Protokollen steht.

Welche unserer Proxy-Produkte sich darin einsetzen lassen:

Ein Beispiel: Ihr Spiel akzeptiert Ihren Anbieter nicht oder hat dessen Adressbereiche gesperrt. Mit einem Proxy aus einem anderen Netz und Proxifier davor erreichen Sie den Server trotzdem. Bei Knight Online, Metin2 oder Silkroad Online weisen Sie so jedem Client eine eigene Proxy-IP zu — und nebenbei auch Browsern und anderen Programmen.

Was Proxifier sonst kann:

  • Verbindungen wahlweise über HTTPS-Proxy oder SOCKS5-Proxy
  • verschiedene Proxys für verschiedene Programme und Spiele gleichzeitig
  • Protokolle nutzen, die das Programm selbst gar nicht unterstützt
  • die lokale IP vollständig durch die Proxy-IP ersetzen
  • DNS über den Proxy auflösen, pro Anwendung unterschiedlich
  • eine bestimmte Netzwerkkarte als Ausgang festlegen

Das Programm läuft seit Jahren stabil.

Gibt es Proxifier für Android, iOS und Linux?

Offiziell nur für Windows und macOS. Für Linux kursieren auf GitHub inoffizielle Anleitungen; weil sie nicht vom Hersteller stammen, empfehlen wir sie nicht.

Proxifier Schritt für Schritt

Laden Sie das Programm zunächst von der offiziellen Website — als Installer oder portabel, ganz wie Sie mögen.

1. Proxy-Server anlegen

Tragen Sie zuerst Ihre Proxys ein, einzeln oder als Liste. Im Menü „Proxy Server“ klicken Sie auf „Add“.

Das Menü Proxy Server in Proxifier

Der Dialog zum Hinzufügen eines Proxys

2. Adresse und Protokoll eintragen

Tragen Sie Host und Port Ihres Proxynet-Proxys ein und wählen Sie das Protokoll, über das Sie ihn nutzen wollen.

Die Eingabe von Host, Port und Protokoll

3. Benutzername und Passwort

Schalten Sie die Authentifizierung über „Enable“ ein und tragen Sie die Zugangsdaten aus Ihrem Proxynet-Panel ein. Wollen Sie ohne Benutzername und Passwort arbeiten, muss im Panel stattdessen Ihre eigene IP als Whitelist hinterlegt sein.

Die Felder für Benutzername und Passwort

4. Proxy testen

Mit „Check“ prüfen Sie die Verbindung.

Die Schaltfläche Check in Proxifier

5. Die Test-Adresse ändern — der häufigste Stolperstein

Proxifier testet standardmäßig gegen google.com. Viele Anbieter, wir eingeschlossen, geben Google und die Social-Media-Seiten neuen Kunden nicht sofort frei, um Missbrauch vorzubeugen. Der Test schlägt dann fehl, obwohl der Proxy einwandfrei arbeitet.

Fragen Sie deshalb nach, ob Google für Ihren Zugang offen ist — oder tragen Sie über Proxifier Test Settings eine Adresse ein, die Ihr Anbieter freigegeben hat. Danach meldet der Test den Proxy korrekt als funktionierend.

Die Test Settings mit geänderter Ziel-URL

6. Regeln: jedem Programm seinen Proxy

Das ist die Stärke von Proxifier. Unter „Profile → Proxy Rules“ weisen Sie den angelegten Proxys einzelne Anwendungen zu.

Die vorhandene Regel „Localhost“ steht für Ihre eigene lokale Adresse. Wenn ein Programm oder ein Online-Spiel diese lokale Verbindung ausliest, stellen Sie sie von „Direct“ auf „Proxy“ um.

So bekommt jeder Browser sein eigenes Proxy-Profil, und ebenso jedes Programm oder Spiel — auf Wunsch mit unterschiedlichen Protokollen.

Die Regelübersicht unter Proxy Rules

7. Was die Oberfläche zeigt

Die Verkehrsübersicht auf der Startseite liest sich so:

  • Connections: rot, sobald die Verbindung hakt
  • Applications: die gerade aktiven Programme
  • Target: an welche Adresse das jeweilige Programm in diesem Moment spricht
  • Time / Status: wie lange die Verbindung steht; ein Abbruch mit anschließendem Neuaufbau wird rot markiert
  • Rule Proxy: der Name des Proxy-Profils, über das dieses Programm läuft — steht dort „Direct“, geht es an Proxifier vorbei
  • Sent / Received: die gesendete und empfangene Datenmenge in Echtzeit

Unten sehen Sie, über welchen Proxy die aktuelle Verbindung läuft und wie es der Gegenstelle geht. Abbrüche lassen sich dort und im Protokoll rückblickend nachvollziehen.

8. Proxifier beenden

Proxifier läuft mit, solange der Rechner an ist, und überwacht dabei den Verkehr. Brauchen Sie es nicht, halten Sie die Regeln an oder beenden Sie das Programm über das Symbol in der Windows-Taskleiste.

Proxifier über das Taskleistensymbol beenden

Fazit

Proxifier ist nach wie vor eines der ausgereiftesten Werkzeuge seiner Art. Für reine Browser-Arbeit greift man heute eher zu Anti-Detect-Browsern, die zusätzlich Header, Fingerabdruck und Standort setzen. Wer dagegen verschiedenen Desktop-Programmen verschiedene Proxys geben will, findet nichts Besseres.

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