Klickbetrug bei Google Ads erkennen: So gehen Sie vor

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Enver Kaya
Autor: Enver Kaya
Drahtgitter-Globus mit der Herkunft der Anzeigenklicks, die an einem Punkt gehäuften Klicks sind blau umringt

Ihr Tagesbudget ist vor dem Mittag aufgebraucht, die Klickzahl doppelt so hoch wie in der Vorwoche, aber das Telefon bleibt still und kein Formular kommt an. Wer dieses Bild sieht, stellt sich dieselbe Frage: Klicken Mitbewerber auf meine Anzeigen? Manchmal ja. Meistens ist die Antwort langweiliger: Das Budget wurde erhöht, ein neues Keyword läuft mit der Option „Weitgehend passend“, oder die Anzeige erscheint seit Kurzem auf einer neuen Publisher-Website.

In diesem Beitrag erklären wir, was Google unter einem „ungültigen Klick“ versteht, was der automatische Filter in welcher Phase tut und in welcher Spalte und welchem Bericht Sie in Ihrem Konto nachsehen. Danach geht es darum, warum der IP-Ausschluss, die am häufigsten empfohlene Gegenmaßnahme, überall dort an Grenzen stößt, wo Adressen dynamisch und geteilt sind, welche Einstellungen stattdessen wirken und wie Sie bei Google eine Überprüfung beantragen. Der letzte Abschnitt ordnet ein, wo die Anzeigenprüfung in diesem Thema steht. Die Menüpfade folgen der deutschen Oberfläche von Google Ads.

Was ist Klickbetrug bei Google Ads?

Was im Alltag „Klickbetrug“ heißt, nennt Google offiziell ungültige Klicks, im weiteren Sinn ungültigen Traffic. Die Definition in der Google Ads-Hilfe lautet sinngemäß: Anzeigenklicks und Impressionen, die nicht auf echtem Nutzerinteresse beruhen, einschließlich betrügerischem Traffic und versehentlichen oder doppelten Klicks.

Zwei Details dieser Definition sind wichtig. Erstens ist der ungültige Klick weiter gefasst als der betrügerische; böse Absicht ist keine Voraussetzung. Klickbetrug ist nur der vorsätzliche Teil dieser Menge. Zweitens schließt die Definition Impressionen ein. Wer Ihre Anzeige immer wieder aufruft, ohne zu klicken, drückt Ihre Klickrate; Google zählt auch das zu den Arten von ungültigem Traffic.

Für Werbetreibende folgt daraus praktisch: Für einen Klick, den Google als ungültig einstuft, zahlen Sie nicht. Die Diskussion beginnt bei den Klicks, die Google nicht als ungültig einstuft, die Ihnen aber verdächtig vorkommen.

Welche Klicks stuft Google als ungültig ein?

Die Hilfeseite nennt die wichtigsten Arten:

  • Versehentliche Klicks. Klicks ohne jeden Wert, etwa der zweite Klick eines Doppelklicks.
  • Manuelle Klicks, die Werbekosten in die Höhe treiben sollen. Das ist die Entsprechung der Klage „Mitbewerber klicken auf meine Anzeigen“.
  • Klicks, mit denen ein Publisher den eigenen Gewinn steigern will. Im Displaynetzwerk erhält der Inhaber der Website, auf der Ihre Anzeige läuft, an jedem Klick einen Anteil; klickt er selbst auf die Anzeige oder lässt er klicken, fällt das in diese Klasse.
  • Automatisierte Tools, Bots, Spider, Crawler und andere Software zu betrügerischen Zwecken.
  • Bekannter ungültiger Traffic aus Rechenzentren und unregelmäßige Muster, die durch Monitoring erkannt werden.
  • Impressionen, die die Klickrate künstlich senken sollen.

Die Branche der Werbemessung teilt diese Liste in zwei Klassen. Das Media Rating Council, das in den USA Messunternehmen auditiert, nennt die erste in seinem Standard für ungültigen Traffic „General Invalid Traffic“: bekannte Rechenzentrumsadressen, Bots, die sich selbst zu erkennen geben, und Clients, die keine Browser sind, also Traffic, der sich mit Listen und Standardprüfungen abfangen lässt. Die zweite heißt „Sophisticated Invalid Traffic“: gekaperte Geräte oder eigens entwickelte Automatisierungssoftware, deren Erkennung weitergehende Analysen und menschliche Prüfung erfordert. Der Punkt „bekannter ungültiger Traffic aus Rechenzentren“ in Googles Liste entspricht der ersten Klasse dieses Standards fast wörtlich.

Wie automatische Klicksoftware arbeitet, ist nicht Thema dieses Beitrags. Mit welchen Signalen Websites automatisierten Traffic unterscheiden, erklärt unser Beitrag Wie funktioniert Bot-Erkennung?.

Wie arbeitet Googles automatischer Filter?

Google legt nicht offen, welches Signal wie stark gewichtet wird; täte es das, wäre der Filter wirkungslos. Offengelegt werden die Ebenen. Auf der Seite zur Traffic-Qualität von Anzeigen heißt es, dass mehr als 200 Filter im Einsatz sind und der weit überwiegende Teil des ungültigen Traffics in Echtzeit oder kurz danach gestoppt wird. Der Weg eines Klicks sieht grob so aus:

  1. Echtzeitfilter. Kommt der Klick von einem User-Agent (dem Text, mit dem sich ein Browser ausweist) oder einer IP-Adresse auf einer Sperrliste, ist die Klickrate des Publishers verdächtig hoch oder stammt der Traffic von einem einzigen Nutzer, wird er dem Werbetreibenden gar nicht erst berechnet.
  2. Verzögerter Filter. Manche Muster sind an einem einzelnen Klick nicht zu erkennen. Google beobachtet verdächtigen, aber nicht eindeutigen Traffic weiter; bis ein Muster erkannt ist, können mehrere Wochen vergehen.
  3. Manuelle Prüfung. Ein Expertenteam prüft Fälle, die Werbetreibende, Publisher und automatische Systeme gemeldet haben. Neu entdeckte Bedrohungen fließen in die Filter zurück.
  4. Korrektur oder Gutschrift. Wird die Ungültigkeit vor der Rechnungsstellung festgestellt, verschwindet der Klick aus Ihrem Bericht und Ihrer Abrechnung. Wird sie später festgestellt, erhalten Sie eine Gutschrift, soweit angebracht und möglich.

Laut Hilfeseite umfassen die automatischen Überprüfungen den Traffic der letzten 60 Tage; dieselbe Frist gilt für Anträge auf manuelle Überprüfung.

Was je nach Zeitpunkt der Erkennung wo in Ihrem Konto erscheint, fasst diese Tabelle zusammen:

Wann erkannt?Wo im Konto sichtbar?Auswirkung auf das Geld
Beim Klick oder kurz danachSpalte „Ungültige Klicks“ in der KampagnentabelleWird nie berechnet
Vor der RechnungsstellungNutzungsdetails im Bericht werden entsprechend angepasstErscheint nicht auf der Rechnung
Nach der RechnungsstellungKorrektur „Ungültige Aktivität“ in der Abrechnungsübersicht, Bericht zu Gutschriften für unzulässige AktivitätenGutschrift mit negativem Wert auf der nächsten Rechnung
Google hat nichts erkannt, Sie haben einen VerdachtNirgends; nur in Ihren eigenen LogsHängt von Antrag und Prüfergebnis ab

Das Wort „Rückerstattung“ führt hier in die Irre. Google formuliert es eindeutig: Für ungültigen Traffic gibt es keine Erstattung; entweder werden Ihre Kosten direkt korrigiert oder Sie erhalten eine Gutschrift. Die Gutschrift landet nicht auf Ihrem Bankkonto, sie wird mit Ihren späteren Werbeausgaben verrechnet.

Wo sehen Sie ungültige Klicks im Bericht?

Um die herausgefilterten Klicks zu sehen, genügt eine zusätzliche Spalte in der Kampagnentabelle:

  1. Klicken Sie im Menü Kampagnen auf Kampagnen.
  2. Klicken Sie über der Datentabelle auf das Symbol für Spalten.
  3. Geben Sie im Suchfeld neben „Spalten für Kampagnen anpassen“ den Begriff „Ungültige Klicks“ ein.
  4. Setzen Sie das Häkchen bei der Spalte und klicken Sie auf Anwenden.

Dieselbe Suche liefert auch eine Ratenspalte: ungültige Klicks geteilt durch alle Klicks, die gefilterten eingeschlossen. Fügen Sie beide hinzu.

Eine Zahl in dieser Spalte ist keine schlechte Nachricht. Nach Googles Darstellung zeigen diese Daten Traffic, den die automatischen Systeme in Echtzeit erkannt und herausgefiltert haben, also Traffic, den Sie nicht bezahlt haben. Klicks, die der Filter Ihrer Ansicht nach übersehen hat, zeigt die Spalte nicht; sie stecken in den normalen Klicks.

Für Gutschriften nach der Rechnungsstellung gibt es zwei Stellen. Unter Abrechnung öffnen Sie die Zusammenfassung; auf der Karte des betreffenden Monats stehen die Gutschriften im Drop-down-Menü Korrekturen mit dem Label „Ungültige Aktivität“. Um zu sehen, welcher Kampagne wie viel gutgeschrieben wurde, öffnen Sie im Menü Kampagnen den Berichtseditor und wählen in der Vorlagengalerie den Bericht zu Gutschriften für unzulässige Aktivitäten. Er enthält die Spalten „Gutgeschriebene Klicks“, „Gutgeschriebene Interaktionen“ und „Gutgeschriebener Betrag“; die „angepassten“ Kosten- und Klickwerte nach Abzug der Gutschrift lassen sich ergänzen. Der Bericht ist für Such- und Performance Max-Kampagnen verfügbar.

Ist jeder Klickanstieg Klickbetrug?

Nein, und Google führt das auf der Hilfeseite ausführlich aus. Häufige harmlose Ursachen für einen Sprung bei Klicks oder Impressionen sind:

  • Ein höheres Tagesbudget oder ein höheres Gebot für ein Keyword; die Anzeige erscheint weiter oben und öfter.
  • Neue Keywords, die zu allgemeinen oder beliebten Suchanfragen passen.
  • Eine Kampagne mit automatischen Placements, die auf einer neuen Publisher-Website ausgeliefert wird.
  • Änderungen am Targeting und fehlende auszuschließende Keywords.
  • Saisonalität oder ein Ereignis, das gerade in den Nachrichten ist.

Auch eine niedrige Conversion-Rate ist für sich genommen kein Beweis. Eine schwer zu bedienende Landingpage oder ein zu allgemeiner Anzeigentext erzeugen dasselbe Bild.

Eine dritte Fehlerquelle ist die Messdifferenz. Ihre Serverlogs enthalten alle Besucher Ihrer Website, nicht nur die, die über eine Anzeige kamen. Klick-Tracking-Tools können außerdem doppelte IP-Adressen oder Bot-Traffic als „Klickbetrug“ markieren, den Google längst herausgefiltert und aus der Abrechnung genommen hat. Um Google Ads-Klicks vom übrigen Traffic zu trennen, muss in Ihrem Konto das automatische Tagging aktiviert sein; diese Einstellung hängt eine Klick-ID namens gclid an die Adresse der Landingpage an.

Warum ist der IP-Ausschluss bei dynamischen und geteilten Adressen ein stumpfes Werkzeug?

Fast jeder Beitrag über Klickbetrug endet mit demselben Rat: verdächtige IP-Adresse finden und in Google Ads ausschließen. Die Funktion gibt es wirklich, und ihre Grenze ist dokumentiert. Laut der Seite IP-Adressen ausschließen können Sie pro Kampagne bis zu 500 IP-Adressen ausschließen. Für einen Adressblock ersetzen Sie den letzten Teil durch ein Sternchen; 203.0.113.* schließt die 256 Adressen dieses Blocks mit einer Zeile aus. Der Ausschluss auf Kampagnenebene steht für Video-, Hotel-, App-, Performance Max- und smarte Displaykampagnen nicht zur Verfügung. Für diese Lücke hat Google den Ausschluss auf Kontoebene eingeführt: Admin-Symbol, Kontoeinstellungen, Ausschlüsse von IP-Adressen. Die dort eingetragenen Adressen gelten für alle Kampagnen des Kontos einschließlich Performance Max und werden mit der Liste auf Kampagnenebene zusammengeführt.

Das Problem ist nicht die Grenze, sondern das, wofür eine IP-Adresse in Netzen mit dynamischer Adressvergabe und CGNAT steht.

Die Adresse gehört keiner Person. Die meisten Privatanschlüsse nutzen eine dynamische IP: Die Adresse gehört zum Pool des Anbieters, nicht zum Kunden. Startet der Router neu oder wird die Sitzung neu aufgebaut, kann der Kunde eine andere Adresse aus dem Pool erhalten. Die Adresse, die Sie gestern ausgeschlossen haben, kann heute einem anderen Haushalt im selben Viertel gehören, womöglich genau dem Kunden, den Sie erreichen wollen. Wer in böser Absicht handelt, verlässt Ihre Liste dagegen, indem er den Router aus- und wieder einschaltet. Einzelheiten stehen in unserem Beitrag Statische oder dynamische IP.

Hinter einer Adresse können Hunderte Kunden stehen. Weil IPv4-Adressen knapp sind, führen Netzbetreiber viele Kunden hinter einer einzigen öffentlichen Adresse ins Internet. In Mobilfunknetzen ist das der Normalfall, bei Privatanschlüssen ist es ebenfalls verbreitet. Schließen Sie eine solche Adresse aus, sperren Sie nicht eine Person, sondern alle, die sich die Adresse in diesem Moment teilen. Ein mit dem Sternchen geschlossener Block von 256 Adressen ist ein Ausschnitt aus dem Kundenbereich eines Netzbetreibers. Den Mechanismus erklärt unser Beitrag Was ist CGNAT?.

Türkiye ist dafür ein typisches Beispiel. Privatanschlüsse sind dort überwiegend dynamisch, eine feste Adresse ist meist eine kostenpflichtige Zusatzleistung, und Mobilfunkkunden gehen über geteilte Adresspools ins Netz. Wer dort eine „verdächtige“ Adresse ausschließt, verbirgt die Anzeige eher vor echten Kunden, die sich diese Adresse teilen, als vor der Person, die er im Sinn hatte.

Google sagt dasselbe. Der Abschnitt „Mehrere Klicks von derselben IP-Adresse“ auf der Seite zu ungültigem Traffic hält fest, dass dies nicht zwangsläufig unzulässige Aktivität bedeutet, und nennt zwei Gründe: Nutzer, die Angebote vergleichen und zur Anzeige zurückkehren, und Internetanbieter, die relativ wenige IP-Adressen abwechselnd an viele Nutzer vergeben. Fünf Klicks von derselben Adresse im Serverlog können auch fünf verschiedene Kunden sein.

Wann hilft der IP-Ausschluss?

Wenn die Adresse fest und ihr Inhaber bekannt ist. Das ist auch Googles eigenes Beispiel: Suchen Ihre Mitarbeiter im Lauf des Tages nach dem Firmennamen und klicken auf die Anzeige, schließen Sie die Adresse Ihres Firmennetzes aus. Dieselbe Logik gilt für das Büro Ihrer Agentur und für Ihre Händler. Ist die Adresse dynamisch, läuft der Ausschluss nach wenigen Tagen ins Leere.

Der Pfad auf Kampagnenebene lautet: Symbol für Kampagnen, Kampagnen, Einstellungen, die betreffende Kampagne, Weitere Einstellungen, Ausschlüsse von IP-Adressen. Tragen Sie die Adressen ein und klicken Sie auf Speichern. Geht Ihr Büro sowohl mit einer IPv4- als auch mit einer IPv6-Adresse ins Netz, tragen Sie beide ein.

Adressen aus den Serverlogs, die in kurzen Abständen wiederkehren, keine Conversions bringen und offenbar zu einem Rechenzentrum gehören, können Sie ebenfalls aufnehmen. Hinter einer Rechenzentrumsadresse sitzt in der Regel kein Privatnutzer, der Ihre Anzeige sehen würde; das Risiko von Kollateralschäden ist daher gering. Woran man erkennt, ob eine Adresse zu einem Privatanschluss oder zu einem Hosting-Unternehmen gehört, steht im ASN-Abschnitt unseres Beitrags ISP- oder Residential-Proxy; zum Reputationseintrag einer Adresse lesen Sie IP Fraud Score: Was ist das?.

Welche Einstellungen bringen mehr als der IP-Ausschluss?

Die Seite „Ungültige Klicks – Definition“ der Google Ads-Hilfe empfiehlt Werbetreibenden mit Verdacht auf unzulässige Aktivitäten vier Schritte, und der IP-Ausschluss ist der letzte davon. Die ersten drei und zwei Einstellungen, die wir ergänzen:

  • Geografisches Targeting eingrenzen. Erhalten Sie Klicks von außerhalb Ihrer Zielregion, stellen Sie die Standortoption der Kampagne auf „Präsenz: Nutzer, die sich gerade oder regelmäßig in Ihren Zielregionen aufhalten“. Schließen Sie Standorte, die unerwünschten Traffic erzeugen, zusätzlich aus. Wer eine geografische Region sperren will, dem empfiehlt Google ausdrücklich den Standortausschluss statt des IP-Ausschlusses.
  • Auszuschließende Keywords hinzufügen. Lesen Sie den Bericht zu Suchbegriffen regelmäßig und tragen Sie Suchanfragen ohne Bezug zu Ihrem Geschäft als auszuschließende Keywords ein.
  • Keyword-Optionen enger fassen. „Passende Wortgruppe“ oder „Genau passend“ bringt relevantere Klicks als „Weitgehend passend“.
  • Placements prüfen. Finden Sie im Placement-Bericht des Displaynetzwerks die Websites und Apps, die Budget verbrauchen, aber keine Conversions bringen, und schließen Sie sie aus. Gegen ungültige Klicks von Publisher-Seite hilft der Placement-Ausschluss, nicht der IP-Ausschluss.
  • Werbezeitplaner nutzen. Häufen sich verdächtige Klicks in den Stunden, in denen Ihr Betrieb geschlossen ist, schalten Sie die Anzeige in dieser Zeit nicht.

Für Unternehmen, die Leads über Formulare sammeln, hat Google eigene Empfehlungen: Formulare serverseitig validieren, das Double-Opt-in-Verfahren einsetzen und Offline-Conversions mit den erweiterten Conversions für Leads messen. Der letzte Schritt teilt der Gebotsstrategie mit, welcher Klick tatsächlich zu einem Kunden geführt hat.

Wie beantragen Sie eine Überprüfung ungültiger Klicks?

Für Traffic, den der Filter Ihrer Ansicht nach übersehen hat, können Sie bei Google eine manuelle Überprüfung beantragen. Der Antrag läuft über das Formular zur Klickqualität; Sie erreichen es über den Abschnitt „Bericht senden“ am Ende der Hilfeseite zu ungültigem Traffic und müssen mit Ihrem Google Ads-Konto angemeldet sein. Die Überprüfung ist auf die letzten 60 Tage beschränkt.

Google bittet darum, vor dem Antrag diese Daten zusammenzustellen:

  1. Kundennummer. Ihre zehnstellige Google Ads-Kontonummer.
  2. Genauer Zeitraum. Die Tage, an denen Ihnen die verdächtige Aktivität aufgefallen ist.
  3. Kampagne, Anzeigengruppe und Keywords. Die Bereiche, in denen der Anstieg aufgetreten ist.
  4. Webserver-Logs. Wiederkehrende IP-Adressen oder solche ohne Conversions, die User-Agent-Angaben dieser Besuche und die gclid-Werte der Klicks. Mit der Klick-ID kann Google den Besuch einer bestimmten Anzeigeninteraktion zuordnen.
  5. Eine kurze Erklärung. Warum der Traffic verdächtig ist. Googles Beispiele: ein starker Klickanstieg ohne entsprechenden Zuwachs bei den Conversions oder Klicks aus Regionen außerhalb Ihrer Zielregion.

Haben Sie keinen Zugriff auf die Serverlogs, bitten Sie Ihren Hosting-Anbieter um die Zugriffsprotokolle der betreffenden Tage. Google gibt an, dass die Überprüfung in der Regel mehrere Arbeitstage dauert und das Ergebnis per E-Mail mitgeteilt wird. Fällt es zu Ihren Gunsten aus, ist die Gegenleistung wieder eine Gutschrift.

Wo steht die Anzeigenprüfung in diesem Thema?

Alles bisher Gesagte betraf die Zeit nach dem Klick. Die Anzeigenprüfung stellt eine andere Frage: Läuft meine Anzeige wirklich dort und so, wie ich sie ausgerichtet habe? Von Ihrem Büro in einer Stadt aus wissen Sie nicht, was ein Nutzer in einer anderen Stadt oder in einem anderen Land sieht.

Für Ihre eigene Suchanzeige ist das richtige Werkzeug die Anzeigenvorschau und -diagnose in Google Ads: Sie erzeugt keine Impressionen, und den Standort wählen Sie selbst. Wo das Tool zu finden ist und wo seine Grenzen liegen, beschreibt unser Beitrag Google-Suche aus einem anderen Land. Auf eine Anzeige zu klicken, um sie zu kontrollieren, kostet bei der eigenen Anzeige Budget und fällt bei fremden Anzeigen unter die Definition des ungültigen Klicks.

Manches zeigt das Tool nicht: wer außer Ihnen auf Ihren Markennamen bietet, neben welchen Inhalten Ihre Anzeige auf einer Publisher-Website steht, ob der Link Ihres Partners den Nutzer wirklich auf Ihre Seite führt und wie Ihre Landingpage aus einer anderen Stadt lädt. Dafür braucht es den Blick über eine echte Verbindung an diesem Standort. Teams für Anzeigenprüfung nutzen dafür Residential-Proxy, die Adressen von Privatanschlüssen bereitstellen, denn wie oben gezeigt gilt bekannter Rechenzentrumstraffic auf der Anzeigenseite von vornherein als ungültig; ein Prüfer, der aus dem Rechenzentrum schaut, sieht womöglich nicht, was der Nutzer zu Hause sieht. Die Methode beschreiben wir auf unserer Seite zur Anzeigenprüfung, die Anbieterauswahl im Beitrag über Proxys für die Anzeigenprüfung.

Geprüft wird auf der Seite von Impression und Landingpage, Klicks werden nicht erzeugt. Ein Proxy verhindert keinen Klickbetrug; er lässt Sie nur sehen, wie Ihre Anzeige vor Ort tatsächlich aussieht.

Wem nützt dieses Wissen?

  • Lokale Unternehmen. Für einen Betrieb, der eine einzige Stadt bedient, ist die Standorteinstellung die wirksamste Maßnahme; wie die Anzeige in anderen Provinzen erscheint, prüfen Sie zum Beispiel mit Adressen in Türkiye auf Provinzebene oder mit Adressen in dem Land, in dem Sie werben.
  • Onlineshops. Wenn andere auf Ihren Markennamen bieten oder gefälschte Shop-Anzeigen auftauchen, lesen Sie unsere Seite zum Markenschutz.
  • Agenturen. Mit der Spalte „Ungültige Klicks“ im Kundenbericht führen Sie die Diskussion „Mitbewerber klicken“ anhand von Daten. Für Teams mit Kampagnen in mehreren Ländern deckt der Lokalisierungstest ab, wie die Landingpage im jeweiligen Land aussieht.
  • SEO- und Performance-Teams. Zur Messung der organischen Sichtbarkeit lesen Sie So automatisieren Sie das SEO-Rank-Tracking.

Häufige Fehler

  • Die eigene Anzeige anklicken, um sie zu „testen“. Das geht von Ihrem Budget ab und verfälscht Ihre Statistik. Dafür gibt es die Anzeigenvorschau.
  • Aus Vergeltung auf die Anzeige des Mitbewerbers klicken. Nach Googles Definition ist das ein ungültiger Klick. Es löst nichts und verunreinigt nur die Daten beider Seiten.
  • Jede wiederkehrende Adresse aus dem Serverlog ausschließen. Bei geteilten Adressen sperren Sie auch echte Kunden aus, und die Grenze von 500 Adressen ist schnell erreicht.
  • Die Spalte „Ungültige Klicks“ für einen Verlustposten halten. Die Spalte zeigt Klicks, die Sie nicht bezahlt haben.
  • Den Antrag aufschieben. Die Überprüfung ist auf die letzten 60 Tage beschränkt; auch Serverlogs werden bei den meisten Hosting-Diensten nur begrenzte Zeit aufbewahrt.
  • Das automatische Tagging deaktiviert lassen. Ohne Klick-ID stützt sich Ihr Antrag auf keine belastbaren Daten.

Entscheidungshilfe

SymptomWahrscheinliche UrsacheErster Schritt
Mehr Klicks, gleich viele ConversionsÄnderung bei Budget, Gebot oder KeywordsÄnderungsverlauf und Bericht zu Suchbegriffen prüfen
Klicks aus Regionen oder Ländern außerhalb des ZielsStandortoption umfasst auch Nutzer mit InteresseStandortoption auf „Präsenz“ stellen, unerwünschte Standorte ausschließen
Displaybudget schmilzt auf wenigen WebsitesMinderwertiger oder böswilliger PublisherDiese Websites im Placement-Bericht ausschließen
Mitarbeiter und Händler klicken auf die AnzeigeAnzeige steht bei der Markensuche obenFeste IP des Büros ausschließen
Sie sind sicher, dass der Filter etwas übersehen hatSophisticated Invalid TrafficDaten sammeln und innerhalb von 60 Tagen das Formular zur Klickqualität einreichen
Sie wissen nicht, ob die Anzeige in einer anderen Stadt erscheintKein Klickproblem, sondern ein SichtbarkeitsproblemAnzeigenvorschau; für die Publisher-Seite die Anzeigenprüfung

Häufige Fragen

Ist mein Geld verloren, wenn ein Mitbewerber auf meine Anzeige klickt?

In den meisten Fällen nicht. Starker Traffic von einem einzigen Nutzer gehört zu den Mustern, die Googles Echtzeitfilter nach eigener Aussage abfangen, und ein herausgefilterter Klick wird nicht berechnet. Die Google Ads-Hilfe hält außerdem fest, dass für eine Anzeige und ihre Assets höchstens zwei Klicks pro Impression berechnet werden. Für den Teil, der Ihrer Ansicht nach durch den Filter gerutscht ist, bleibt der Antrag auf Überprüfung.

Erstattet Google Geld für ungültige Klicks?

Nicht in bar. Wird die Ungültigkeit vor der Rechnung erkannt, erscheint der Betrag gar nicht erst; wird sie danach erkannt, erhalten Sie eine Gutschrift mit dem Label „Ungültige Aktivität“, die auf späteren Rechnungen als negativer Wert steht. Google gibt an, dass die Gutschrift, soweit angebracht, oft nicht nur den betreffenden Monat, sondern auch den Vormonat umfasst.

Wie viele IP-Adressen lassen sich in einer Kampagne ausschließen?

Laut Google Ads-Hilfe bis zu 500 IP-Adressen pro Kampagne. Mit dem Sternchen schließen Sie einen Block in einer Zeile, bei geteilten Adressen sperren Sie damit aber auch echte Kunden aus. Für Performance Max-Kampagnen gilt nur der Ausschluss auf Kontoebene.

Meine Rate ungültiger Klicks wirkt hoch. Muss ich mir Sorgen machen?

Für sich genommen nicht. Die Rate misst Klicks, die Google aussortiert und nicht berechnet hat. Entscheidend ist, ob die als gültig gezählten Klicks Conversions bringen.

Braucht man eine Software zum Schutz vor Klickbetrug?

Nein. Tools dieser Art arbeiten häufig so, dass sie Klicks beobachten und verdächtige Adressen automatisch in die IP-Ausschlussliste von Google Ads schreiben; ein Tool, das so arbeitet, unterliegt der Grenze von 500 Adressen und dem Problem geteilter IP-Adressen. Wenn Sie ein solches Tool einsetzen, lesen Sie seinen Bericht neben der Spalte „Ungültige Klicks“; einen Teil des markierten Traffics hat Google möglicherweise längst herausgefiltert.

Gilt es als Klickbetrug, wenn ich meine Anzeige über einen Proxy kontrolliere?

Eine Anzeige anzusehen ist kein Klick; wenn Sie klicken, zählt es. Für Ihre eigene Suchanzeige nutzen Sie die Anzeigenvorschau, die auch keine Impressionen erzeugt. Wenn Sie Placements auf Publisher-Websites über eine Adresse an diesem Standort ansehen, klicken Sie ebenfalls nicht auf die Anzeige; Anzeigentext und angezeigte URL sind auf der Seite lesbar, und Ihre Landingpage öffnen Sie, indem Sie die Adresse direkt eingeben.

Fazit

Klickbetrug bei Google Ads ist der vorsätzliche Teil dessen, was Google ungültige Klicks nennt. Der Großteil bleibt im automatischen Filter hängen und wird nicht berechnet; was herausgefiltert wurde, sehen Sie in der Spalte „Ungültige Klicks“, was nach der Rechnung erkannt wurde, im Bericht zu Gutschriften für unzulässige Aktivitäten. Der IP-Ausschluss ist auf 500 Adressen pro Kampagne begrenzt und sperrt bei dynamischen, geteilten Adressen auch echte Kunden aus; nutzen Sie ihn für Adressen, die Sie als fest kennen, und verlassen Sie sich im Übrigen auf Standort-, Keyword-Options- und Placement-Einstellungen. Sind Sie sicher, dass der Filter etwas übersehen hat, sammeln Sie Ihre Daten und beantragen Sie innerhalb von 60 Tagen eine Überprüfung. Wenn Sie kontrollieren möchten, wie Ihre Anzeige in der Stadt und dem Land Ihrer Zielgruppe tatsächlich erscheint, sehen Sie sich unsere Lösung zur Anzeigenprüfung an.

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