Data Mining: Verfahren, Anwendung und Datenbeschaffung

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Acar Diveroli
Autor: Acar Diveroli
Data Mining erklärt

Data Mining — die Suche nach Mustern in großen Datenbeständen — gehört heute in praktisch jeder Branche zum Handwerk.

Was Data Mining ist

Data Mining bezeichnet das Verfahren, verborgene Muster, Zusammenhänge und Entwicklungen in großen Datenbeständen sichtbar zu machen. Dazu gehören statistische Analyse, maschinelles Lernen und die Darstellung der Ergebnisse. Unternehmen, Finanzhäuser, das Gesundheitswesen und Marketingabteilungen nutzen es, um Entscheidungen auf Beobachtungen statt auf Vermutungen zu stützen.

Die Anwendungen reichen von der Analyse des Kundenverhaltens über die Erkennung von Betrug bis zur Verbesserung medizinischer Diagnosen und der Optimierung von Fertigungsprozessen.

Woher das Verfahren kommt

Die Wurzeln liegen weit zurück: das Bayes-Theorem im 18. Jahrhundert, die Regressionsanalyse im 19. Mit den ersten Computern wurde die Auswertung systematischer — in den 1950er-Jahren kamen neuronale Netze und Clusteranalyse auf, in den 1960er-Jahren Entscheidungsbäume, in den 1990er-Jahren Support Vector Machines. Seit den 2000er-Jahren haben maschinelles Lernen und Big-Data-Technik das Feld noch einmal deutlich erweitert.

Heute lassen sich große Datenmengen dank Rechenleistung, ausgereifter Algorithmen und Cloud-Infrastruktur schnell auswerten, teils in Echtzeit.

Der Ablauf

  1. Ziel festlegen: Welche Frage soll beantwortet, welches Problem gelöst werden?
  2. Daten beschaffen und aufbereiten: sammeln, bereinigen, fehlende und fehlerhafte Werte behandeln.
  3. Modell bilden: ein Verfahren wählen und auf den Daten trainieren.
  4. Modell prüfen: Genauigkeit und Verlässlichkeit an Kennzahlen messen.
  5. Einsetzen: das Modell in die Entscheidungsprozesse einbinden und laufend nachjustieren.

Die wichtigsten Verfahren

  • Clustering: Datenpunkte nach Ähnlichkeit gruppieren, ohne vorgegebene Kategorien
  • Klassifikation: Datenpunkte vorgegebenen Kategorien zuordnen
  • Assoziationsanalyse: Zusammenhänge finden, etwa welche Produkte gemeinsam gekauft werden
  • Regressionsanalyse: Zusammenhänge zwischen Größen modellieren und Werte vorhersagen
  • Anomalieerkennung: ungewöhnliche Muster finden, etwa bei Betrugsverdacht
  • Entscheidungsbäume: nachvollziehbare Regeln, deren Weg sich ablesen lässt

Wo es eingesetzt wird

  • Marketing: Kundensegmente, personalisierte Werbung, Kampagnensteuerung
  • Finanzen: Betrugserkennung, Kreditrisiko, Anlagestrategien
  • Gesundheit: Diagnoseunterstützung, Auswertung von Patientendaten, Forschung
  • Fertigung: Fehlervermeidung, Qualitätssicherung, Prozessoptimierung
  • Bildung: Lernverläufe analysieren und Angebote daran ausrichten
  • E-Commerce: Empfehlungen, Zufriedenheitsanalyse, Preisgestaltung

Was als Nächstes kommt

Mit tiefen neuronalen Netzen werden die Vorhersagen genauer, und Echtzeitauswertung verschiebt die Entscheidung näher an das Ereignis.

Zugleich wächst das Gewicht der ethischen Seite. Schutz personenbezogener Daten, Datensicherheit und der verantwortliche Umgang mit Beständen sind heute Teil der Fachdiskussion — gerade bei großflächiger Datenerhebung sind Transparenz und der Schutz der Privatsphäre keine Nebensache.

Warum die Datenbeschaffung Proxys braucht

Der aufwendigste Teil ist selten die Analyse, sondern das Beschaffen der Rohdaten. Viele Websites begrenzen die Zahl der Anfragen pro Adresse, und Dienste wie Cloudflare oder DataDome setzen diese Grenzen automatisch durch.

Dazu kommt der Standort. Nehmen wir an, Ihr Unternehmen arbeitet lokal, braucht aber eine Übersicht über Lieferanten oder Abnehmer in einer amerikanischen Stadt. Von hier aus abgerufen, zeigt die Seite unter Umständen andere Inhalte oder Preise — oder gar nichts.

Über einen Proxy im Zielland sehen Sie, was jemand vor Ort sieht. Ein Residential-Proxy aus der betreffenden Region erscheint als gewöhnlicher Privatanschluss, was das Data Scraping deutlich zuverlässiger macht als ein Abruf aus einem Rechenzentrum.

Fazit

Data Mining verwandelt Rohdaten in Aussagen, auf deren Grundlage sich entscheiden lässt. Die Verfahren sind gut dokumentiert und die Werkzeuge verfügbar; der Engpass liegt meist davor — bei den Daten selbst und der Frage, ob Sie überhaupt an die kommen, die Sie brauchen.

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